Docker mit WSL auf Windows einrichten

Insbesondere bei der Einrichtung lokaler Entwicklungsumgebungen in der Linux-basierten Web-Welt eignet sich Docker hervorragend zur Entwicklung. Wer seine apache oder nginx-basierten Container baut oder vorkonfigurierte Varianten nutzt, wird schnell feststellen, dass diese nicht allzu performant laufen. Zumindest bei der einfachen Nutzung von Docker-Desktop unter Windows ohne WSL Integration. Da kann ein Seitenaufruf schon mal mehrere Minuten dauern, zumindest bei entsprechendem applikationsseitigem Workload.

Installation von WSL – Windows-Subsystem für Linux

Abhilfe schafft hier WSL, das Windows-Subsystem für Linux (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Windows-Subsystem_f%C3%BCr_Linux). Dieses steht seit Windows 10 (Version 1903) in der Version WSL 2 zur Verfügung. Im Grunde stellt Windows hiermit eine Kompatibilitätsschicht zur Verfügung, mit deren Hilfe Linux-Executables ausgeführt werden können. So lässt sich eine Linux-Distribution wie Ubuntu mehr oder weniger nativ in Windows ausführen. Mehr Details zu den technischen Hintergründen von WSL kann man im o.g. Wikipedia-Artikel oder direkt bei Microsoft unter folgendem Link erfahren: https://docs.microsoft.com/de-de/windows/wsl/about

Docker und WSL unter Windows

Docker wiederum unterstützt die WSL2-Integration von Windows, sprich die Docker-Container inklusive möglicher Mounts oder Volumes kann innerhalb der Linux-Distribution abgelegt werden, die wiederum nativ als Windows-App laufen wird.

Unser Vorgehen sieht also so aus:

  1. Aktivierung der WSL Komponenten unter Windows
  2. Installation einer alternativen Linux-Distribution unter Windows (optional)
  3. Installation von Docker-Desktop und Aktivierung von WSL2
  4. Ausführen eines Containers mit deutlich gestiegener Geschwindigkeit
  5. Fertig

Das Ganze ist fairly easy. Linux-Kenntnisse sind nicht wirklich erforderlich, der ganze Vorgang dauert im Grunde auch nur ein paar Minuten, allerdings nimmt das Herunterladen und Installieren der Software je nach Internetleitung und Rechnerleistung zusätzlich Zeit in Anspruch.

Achtung: Der Vorgang erfordert den zwischenzeitlichen Neustart des Rechners, man sollte also entsprechend darauf eingestellt sein!

Aktivierung der WSL Komponenten unter Windows

Der einfachste Weg hierfür führt über die Power-Shell, die aber in jedem Fall mit Administrator-Rechten ausgeführt werden muss. Dafür einfach die Windows-Taste drücken, dann „Powershell“ eintippen und mit der rechten Maustaste auf das PowerShell Symbol im Menu klicken und „Als Administrator ausführen“ auswählen.

Anschließend wird in der PowerShell folgender Befehl ausgeführt:

wsl –-install

Nach erfolgreicher Installation sieht das Ganze so aus:

Der Installationsvorgang von WSL meldet ja schon, dass ein Neustart erforderlich ist. Dieser müsste dann jetzt einmal durchgeführt werden. Nach dem Neustart startet Ubuntu in einer Konsole automatisch und setzt den Installationsprozess fort. Nach ggf. ein paar Minuten Wartezeit sollen Benutzername und Passwort vergeben werden. Das Passwort ist wichtig, um später ggf. Software innerhalb der Disitribution nachzuinstallieren. Daher nicht einfach irgendwas vergeben (das habe ich nun schon ein paar Mal im Netz gelesen). Passwort als im Idealfall via Password Manager generieren und speichern 😉

Nach der Installation müssen Benutzername und Passwort festgelegt werden.

Installation einer alternativen Linux-Distribution unter Windows

Stand heute (Juli 2022) steht bei der Installation von WSL via PowerShell nur Ubuntu 20.04 zur Verfügung. Diese Distribution wird auch standardmäßig mitinstalliert. Man hat zwar die Möglichkeit andere Distributionen zu installieren (Kommando „wsl -l -o“ listet die verfügbaren auf), allerdings ist Ubuntu 22.04 LTS aktuell keine davon.

Da ich gerne auf aktuellere Paketquellen zugreifen möchte (unter anderem um bsw. > php-8.X zu installieren), werde ich Ubuntu 22.04 als meine Standard-Distribution nachinstallieren. Dieser Vorgang ist allerdings optional. Wer mit Ubuntu 20.04 zurecht kommt, kann direkt zum nächsten Schritt weiter (Installation von Docker-Desktop und Aktivierung von WSL2)

Installation von Ubuntu 22.04 via Microsoft App Store

Die Installation ist relativ simpel, sie kann direkt via App Store erfolgen. Einfach nach Ubuntu suchen und die passende Version finden, anschließend auswählen und via „Herunterladen“ installieren.

Linux-Distribution initial öffnen

Nachdem die Linux-Distribution heruntergeladen wurde, erscheint im App-Store der Button „Öffnen“ – alternativ ist Ubuntu 22.04 jetzt natürlich auch über das Startmenu wie jede andere App zu öffnen. Wichtig beim ersten Öffnen ist allerdings, dass die Einrichtung stattfindet – in der unter anderem Benutzername und Passwort festgelegt werden. Bei den anderen Optionen können einfach die Standardeinstellungen übernommen werden.

Nach der Installation lässt sich Ubuntu öffnen.

Nach dem Öffnen findet erst einmal die Einrichtung statt, das kann auch schon mal ein paar Minuten dauern. Die Konfiguration und Vergabe von Benutzername und Passwort erfolgen danach geführt. Als Sprache habe ich „Deutsch“ ausgewählt, ansonsten die Standardeinstellungen übernommen.

Neue Linux-Distribution Ubuntu 22.04 als Standard WSL-Distribution konfigurieren

Nach der Installation kann überprüft werden, ob die Installation erfolgreich war. Dazu wird wieder in einer Powershell der Befehl

wsl -l -v

eingegeben. Dieser listet die installierten Linux-Distributionen auf:

Das Sternchen zeigt an, welche Distribution die Standardversion ist. „VERSION“ steht in diesem Fall für die WSL Version – in diesem Fall die Version 2, was genau der entspricht, die wir brauchen. Ich setze jetzt Ubuntu 22.04 als Standard-Distribution mit dem folgenden Befehl:

wsl –-set-default Ubuntu-22.04

Die Ausgabe ist leise, d.h. es erfolgt keine Meldung:

Wir verifizieren im Anschluss mit dem vorherigen Befehl, um zu überprüfen ob der Vorgang erfolgreich war:

wsl -l -v

Nicht mehr benötigte WSL Distribution deinstallieren

Damit ich nur noch auf die Ubuntu Version 22.04 zugreife und nicht versehentlich in der 20.04 lande, deinstalliere ich schlussendlich noch die 20.04er Version mit dem folgenden Kommando:

wsl –-unregister Ubuntu

Danach sieht das Ganze bei mir so aus:

Dieser Schritt ist allerdings nicht zwingend erforderlich, es ist überhaupt kein Problem, dass beide Distributionen parallel installiert sind (oder noch viele weitere).

Installation von Docker-Desktop und Aktivierung von WSL2

Jetzt wird einfach Docker für Windows installiert – dazu einfach auf https://www.docker.com/get-started/ runterladen und installieren. Bei der Installation ist „Use WSL 2 instead of Hyper-V (recommendend)“ schon vorausgewählt und sollte keinesfalls abgewählt werden.

Nach erfolgreicher Installation wird man aufgefordert, sich aus- und wieder einzuloggen. Ausgelogged wird man von Docker nach Betätigung des Buttons automatisch. Sobald man sich wieder einlogged, sollte Docker Desktop automatisch starten. Das Service Agreement muss noch akzeptiert werden.

WSL-Integration in Docker Desktop aktivieren

Nachdem Docker Desktop erfolgreich gestartet wurde, muss die WSL Integration für die Linux-Distribution noch aktiviert werden. Dazu via Zahnrad in die Einstellungen und unter General erst einmal sicherstellen, dass „Use the WSL 2 based engine“ aktiviert ist:

Danach unter „Resources > WSL Integration“ sicherstellen, dass diese für alle erforderlichen Distros aktiviert ist:

Ausführen eines Containers mit deutlich gestiegener Geschwindigkeit

So – fertig. Nun können Docker Container via WSL 2 benutzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Installation und vor Allem das Mounten von Dateien oder Containern innerhalb der Linux-Distribution stattfinden sollten.

Das ist so wie so viel praktischer, weil die Handhabung, Installation usw. innerhalb einer nativen Linux-Umgebung (zumindest IMHO) viel einfacher ist und relevante Entwicklungswerkzeuge (wie bsw. composer) viel einfacher installiert und operiert werden können.

Zum Ausführen eines Containers öffne ich also zunächst die Ubuntu App (bsw. via Startmenu) und navigiere in einen geeigneten Ordner. Gestartet wird die Linux-Distribution immer im Home-Verzeichnis des Users, also in meinem Fall /home/simon/.

Ich lege dazu neue Verzeichnisse an und navigiere hinein:

mkdir projects
cd projects
mkdir demo
cd demo

Anschließend starte / installiere ich meine Container wie gewohnt, bsw. so:

docker run –name nginx-demo -p  8080:80 nginx

Docker muss nicht installiert warden, es steht ja durch die WSL Integration innerhalb der Linux-Distribution schon zur Verfügung. Docker lädt den Container automatisch runter und startet ihn:

Et voila – das hat funktioniert. Ich kann nun auf den Container via http mit meinem Windows-Browser zugreifen:

Das Ganze jetzt mit einer deutlich erhöhten Geschwindigkeit. Den Status meiner Docker Container und alles weitere kann ich wie gewohnt weiter über Docker Desktop sehen/machen:

Fertig

Als Nächstes stehen wir natürlich vor der Hürde, dass i.d.R. Verzeichnisse in die Container eingehangen werden müssen und an den Dateien gearbeitet werden muss. Git Operationen und alles andere kann ja einfach via Linux-Kommdandozeile durchgeführt werden. Für eine IDE klappt das so einfach natürlich nicht. Es gibt die unterschiedlichsten Wege das zu bewerkstelligen, der aus meiner Sicht einfachste und komfortabelste wäre eine IDE, die WSL unterstützt. Ich nutze dazu Visual Studio Code, welches eine eigene WSL Extension hat, mit der problemlos auf die Dateien innerhalb der Linux-Distro zugegriffen werden kann. Dazu einfach die WSL Extension in VS Code installieren und fertig 😉

Linux is what you want it to be, nothing else

I know that this topic has been discussed all over the internet for a few years now, especially since ubuntu became that popular. There are a lot of great comments and thoughts out there on what linux is and what it isnt, and especially on what it tries to be. But some weeks ago I got a comment on my post “setting up a bridged network for virtualbox on ubuntu linux” which I can’t leave uncommented:

Appreciate the effort and answers but ….
this is exactly the type of thing that will keep linux/ubuntu from ever achieving a significant portion of the mqarket. As long as users have to spend a day searching and patching every application that was not built into the OS distribution then the OS will never make it to the mainstream and it will remain in the realm of hakers, nerds and others that have more time than money.

First of all I am a little bit offended by that. I actually have loads of money and no time at all, if I do something with my linux boxes, then because I choose to do so (some people might call that a hobby). I only have the time to write this comment, since I’m home sick and can’t go to work. And second of all: The Commenter is just so plain wrong, that I can’t say nothing to it (it’s definitely a duty call)! He may be right in one thing though: gnu/linux (any of its various distributions) will never achieve a significant portion of the market. (But hey: who knows!?) But the question here is: who said linux ever wanted to do such a thing. As far as I remember no one ever claimed that portion for linux! Why is that? Well, this is an easy one: nobody is even able to claim a significant portion of the market, because linux itsself leaves you the freedom of choice, so linux will certainly claim for nothing (eventhough it could for a lot!). It’s as simple as that: Take it or leave it!

The one thing people still don’t understand is that linux won’t replace windows, it’s an alternative! The magic about it, is that it does what you want it to do and becomes what you want it to become. There are just so many scenarios in which a running gnu/linux does just plain different things. And the most important things about gnu/linux are the evaluation it takes, the freedom it spreads and the people behind it. But it won’t just replace windows! It’s different. I won’t count the various advantages of linux and disadvantages of windows (in my point of view, for the gamer it’s quite the opposite), but as the author of the comment above pointed out: if all “hackers” and “nerds” are using it, it’s gotta have something. I know there are various scopes with various arguments for and against an operating system, so there is no universal answere. Also there is still a lot left to say, but I’m sick and tired of everyone comparing linux to windows and other systems. The discussion is old and boring. Besides: there is no need for any kind of discussion. Any user, if it’s windows, mac, *nix or whatsoever doesn’t need to justify his choice of OS, because it’s his choice, and not a one someone else should make for him!

Decide for yourself, but never complain about what linux is and what it isn’t, because in the end it’s just what you want it to be!

Installing apache, mysql and php on gentoo

Just right now I’m setting up my new home server for various things. It’ll do all of my ranking stuff of course, since it’s very easy for me to get a new ip once G is blocking me. Right now most of the scripts are coded in python, but some essentials are still running on php (though not for long), so i need a running lamp (besides torrentflux and so on…). The last time i set up a clean server on gentoo is quite a few years back now. Eventhough it was a lot of fun and always a good chance to learn some things, I must admit it’s gotten quite easy now. It took me quite some time getting the new php5 running with apache a few years ago. Now theres nothing really special you need to do. Just fire up portage and install it. Before you do, you might wanna edit a few files though. First of all make sure you add mysql and apache2 to your global use flags in /etc/make.conf, then you’ll have to think about some apache options. First of all how will the server process run on your system? Since I’ve loads of RAM and don’t really have any traffic except some requests of my one, no virtual hosts, no nothing, I’ll go with a forked apache. For further information refer to the apache manual. For an forked MPM version of apache just do a quick:

#echo "APACHE2_MPMS="prefork" >> /etc/make.conf

There’s one thing left to do: Define what modules you want your apache to run with. As always gentoo provides a very easy way to do that. If you want to know what modules you can install just do a quick

#emerge --pretend --verbose --oneshot apache

to see all available modules. You’ll at least want those to be installed, since they are kind of needed 🙂

#echo "APACHE2_MODULES="alias auth_basic auth_digest
rewrite authz_host dir mime" >> /etc/make.conf

Not all of them are mandatory, but you’ll at least need to install authz_host, dir and mime for your apache to run. Now you’re ready to go, just fire up portage with a quick

#emerge apache

Now just install php by firing up portage again, but remember to set the use flags you’ll need by updating your /etc/portage/package.use, since there are quite some options… As always you can see available use flags by executing an pretended oneshot emerge of php! When you’re done, just install php by

#echo "dev-lang/php apache2 bzip2 curl exif ftp gd iconv mysql
mysqli nls pcre session simplexml soap spell spl sqlite ssl
tokenizer truetype unicode xml xmlrpc" >> /etc/portage/package.use

#emerge php

and you’re good to go! Just start your apache with the according init script and everything should work out of the box. You’ll probably want your apache to start automatically too, by adding it to your default runlevel:

#/etc/init.d/apache start

#rc-update add apache default

But just remember: This is a very basic installation of lamp on your system, it’ll work as it is, but you might wanna tune your settings. As always just refer to the man pages and online documentations!

setting up a bridged network for virtualbox on ubuntu linux (Host Interface)

In order for this to run, you will most likely need a wired network connection, since most wireless-adapters won’t support bridged networking! This description is intended to be used with VirtualBox >= 1.4.0, since earlier versions handle the virtual networking differently due to kernel changes in 2.6.18 and later.

First of all, you’ll have to check the permissions on the device /dev/net/tun . The user running VirtualBox with bridged networking needs to have access to this device. The easiest way to do this is by chown’ing the group vboxusers to it:

sudo chown :vboxusers /dev/net/tun
sudo chmod 0660 /dev/net/tun

You will also have to install the package bridge-utils and uml-utilities:

sudo apt-get install bridge-utils uml-utilities

Now we will create 2 scripts which are executed when the virtual machine starts/stops. I will create those scripts in my home dir. Here is the start script, I called it starttun.sh:

#!/bin/bash
brctl addbr br0
ifconfig eth0 0.0.0.0
brctl addif br0 eth0

#if you have a dhcp-server uncomment this line:
#dhclient3 br0

#If you have a static IP uncomment the following lines and
#change the IP accordingly to your subnet:
#ifconfig br0 192.168.178.5 up
#route add default gw 192.168.178.1

#Now we will create the tap device for the vm,!
# change your username accordingly
tunctl -t tap0 -u simon

#Now add the tap-device to the bridge:
ifconfig tap0 up
brctl addif br0 tap0

Now you’ll have to create the stop script, i called it stoptun.sh 😉

#!/bin/bash
#bring the interfaces down
ifconfig tap0 down
ifconfig br0 down
brctl delif br0 tap0
brctl delbr br0

#now setup your network-interface again
#for dhcp uncomment the following line
#dhclient3 eth0

#For a static IP uncomment the following lines and change them accordingly:
#ifconfig eth0 192.168.178.5
#route add default gw 192.168.178.1 dev eth0

Finally you’ll have to make the scripts executable:

sudo chmod ug+x starttun.sh
sudo chmod ug+x stoptun.sh

It’s time to set up VirtualBox to use the interface. For this go to the SetUp of your Virtual Machine under Network and tell VirtualBox to start/stop thescripts, when the VM is started/stopped. To do this, select “Host Interface” under Attached To. As Interface Name you use “tap0” and for the startscript you use:

“gksudo /home/YOURHOMEDIR/starttun.sh”

For the stopscript accordingly:

“gksudo /home/YOURHOMEDIR/stoptun.sh”

Note: If you use KDE, you’ll have to use kdesu instead of gksudo